Artenreichtum im Kleingartenverein
Feuchtwiesen gehören zu den artenreichsten, aber zugleich am stärksten bedrohten Lebensräumen Mitteleuropas. Sie sind auf regelmäßige Nutzung angewiesen – doch da ihr Mahdgut für die Landwirtschaft kaum verwertbar ist und die Pflege durch die Bodenfeuchte erschwert wird, sind viele dieser Flächen heute gefährdet oder bereits verschwunden.
Früher wurde die Feuchtwiese zur Gewinnung von Einstreu und Futter eines nahegelegenen Gestüts genutzt. Später hielten viele Kleintierzüchter:innen die Flächen zur Versorgung z.B. von Kaninchen offen, was typisch für die DDR war. Heute wurden diese Nutzungen eingestellt, trotzdem zeugen noch einige seltenen Pflanzen und Tierarten von der ehemaligen Nutzung.
Durch Mahd, das gezielte Zurückschneiden von Gehölzen, Hochstauden und Schilf sowie die Entfernung des Mahdguts, erhalten wir den nährstoffarmen, offenen Charakter der Wiese. Nur unter diesen Bedingungen können konkurrenzschwache Arten wie Orchideen dauerhaft überleben.
Auf der Fläche wachsen heute u.a. das Breitblättrige Knabenkraut, das Fleischfarbene Knabenkraut und das Gefleckte, außerdem Arten wie Fieberklee und Sumpfblutauge. Auch der Große Feuerfalter (Lycaena dispar) – eine streng geschützte FFH-Art (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU) – wurde auf der Fläche bereits gesichtet. Ein gezieltes Monitoring soll künftig klären, ob sich eine stabile Population entwickelt.
Komm vorbei und entdecke diese einzigartige Wiese mit ihren faszinierenden Pflanzen und Tieren. Du kannst aktiv dazu beitragen, diesen Lebensraum zu erhalten – sei es durch ehrenamtliche Hilfe oder einfach, indem Du das Bewusstsein für den Wert solcher Orte stärkst.
Fakten zur Feuchtwiese
- Standort: Eberswalde, Bereich „Moore-Pumpe“
- Fläche: ca. 0,16 ha
- Schutzstatus: keiner
- Pflege seit: 2021
- Pflegemaßnahmen: 2× jährliche Mahd, Entfernung des Gehölzaufwuchses, Schnittgutentfernung
- Ziel der Pflege: Offenhaltung, Nährstoffentzug, Förderung konkurrenzschwacher Feuchtwiesenarten
- Bedrohung: Verbuschung (v. a. Schwarzerlen), Hochstauden, Nährstoffeintrag, Austrocknung
- Monitoring: Aufbau seit 2025, Fokus auf Vegetationsentwicklung, Orchideen & FFH-Arten, Großer Feuerfalter
